Sonne und Hitze fördern Rosazea


Beschwerden der Gesichtsröte lindern
Sonne und Hitze fördern Rosazea
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Bei Rosazea bringt eine regelmäßige und sorgfältige Hautpflege bereits viel.

Als Mitauslöser der Rosazea gilt ein langer und ungeschützter Aufenthalt in der Sonne bei erhöhten Temperaturen. Was Sie beim Genießen des Sommers beachten müssen und wie Sie die Beschwerden der chronischen Hauterkrankung lindern.

Das lateinische Wort Rosazea bedeutet so viel wie „kleine Rosenblüten“ und bezeichnet eine chronische Hauterkrankung, die vor allem im Gesicht auftritt. Doch entgegen der mit dem Namen verbundenen Assoziationen fühlen sich die Betroffenen von der Gesichtsröte nicht geziert: Die überwiegend bei Erwachsenen ab der zweiten Lebenshälfte auftretenden Entzündungen der Haut und ihrer Blutgefäße plagen Frauen wie Männer mit Stechen, Brennen, trockener Haut sowie Juckreiz. Laut Studienergebnisse sind 2 bis 5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen, insbesondere Menschen mit hellhäutiger und lichtempfindlicher Haut.

Beschwerden bei Rosazea

Die Hauterkrankung Rosazea entwickelt sich in drei Stadien und nimmt einen chronisch-schubhaften Verlauf: In der ersten Phase treten Hautrötungen, sogenannte Erytheme, auf Wangen, Nasenflügeln, Kinn und Stirn beider Gesichtshälften auf. In seltenen Fällen finden sie sich auf der Kopfhaut sowie am Nacken. Die Betroffenen leiden unter trockener und teilweise schuppiger Haut. Im zweiten Stadium kommen gerötete Bläschen (Pusteln) und Knötchen (Papeln) hinzu, die unbehandelt über Wochen bestehen bleiben. Im schlimmsten Fall drohen im dritten Stadium knollige Wucherungen an der Nase, aber auch am Kinn, Stirn oder am Ohr – sogenannte Phyme. Diese treten jedoch überwiegend bei Männern auf. Sonderformen der Rosazea sind die Rosazea fulminans während der Schwangerschaft und Steroid-Rosazea.

Die Apothekerin Dr. Beate Fessler gibt in der Deutschen Apotheker Zeitung Tipps, wie Betroffene mit der Diagnose Rosazea ihre Beschwerden begleitend lindern. Weiterhin erteilt sie Auskunft über gängige Wirkstoffe, die vom Hautarzt zur Behandlung verschrieben werden. Lassen Sie sich jedoch zur Wahl, Anwendung, Risiken und Nebenwirkung der Medikamente von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.

Risikofaktoren meiden

Die Ursachen der chronischen Hauterkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. Grundsätzlich gelten äußerliche Reize wie häufige und lange Einwirkungen von Kälte-, Hitze- und Sonne sowie bestimmte Kosmetika als Mitauslöser. Auch innere Reize wie scharfe und heiße Speisen und Getränke, Alkoholkonsum und psychischer Stress fördern die Ausbildung von Rosazea. Welche Faktoren bei der Entstehung tatsächlich beteiligt sind, ist individuell unterschiedlich. Sind Ihnen Ihre Risikofaktoren noch nicht bekannt, so sollten Sie verstärkt darauf achten. Grundsätzlich rät Dr. Fessler den Betroffenen dazu, diese Trigger konsequent zu meiden.

Haut sorgfältig und regelmäßig reinigen

Die leicht reizbare und empfindliche Haut erfordert sowohl am Morgen als auch am Abend eine gewissenhafte Reinigung und Pflege. Dabei am besten auf aggressive Reinigungssubstanzen und alkalische Seifen verzichten. Denn letztere erhöhen den pH-Wert, was eventuell zu Hautirritationen führt. Aus demselben Grund rät Dr. Fessler von wasserfesten Kosmetika und solchen mit Fruchtsäure, Konservierungsmitteln sowie Farb- und Duftstoffen ab. Stattdessen empfiehlt die Pharmazeutin medizinische Seifen (Syndets) mit speziellen Wirkstoffen, die die Haut sanft reinigen und nicht austrocknen. Greifen Sie grundsätzlich auf Pflegeprodukte zurück, die auf Ihren Hauttyp zugeschnitten sind. Die Apotheke bietet verschiedene Produkte an, die speziell für empfindliche und zu Rötungen neigender Haut entwickelt worden sind. Ihr Apotheker berät Sie, welche Syndets und Pflegeprodukte für Sie in Frage kommen. Darüber hinaus schützen Sie Ihre Haut im Sommer grundsätzlich mit einem geeigneten Sonnenschutz vor der Sonne. Denn die UV-Strahlung fördert die Ausbildung und Entwicklung der Rosazea.

Auf Ernährung achten

Eine spezielle Diät gibt es nicht. Heiße und scharfe Speisen und Getränke sowie Kaffee und schwarzer Tee können jedoch die Symptome auslösen beziehungsweise verstärken. Daher ist es am besten, wenn Sie diese Nahrungsmittel sowie alle anderen, die Sie ebenfalls in Verbindung mit den Beschwerden bringen, meiden. Der Verzicht auf Alkohol tut nicht nur der Gesichtshaut gut.

Topische Therapie in Absprache mit Arzt und Apotheker

Für leichte Formen der Rosazea ist das Auftragen oder Einnehmen von Antibiotika oft ausreichend. Mittel der Wahl ist das entzündungshemmende Metronidazol 0,75 Prozent, welches in Form von Gels, Cremes oder Lotions zweimal täglich auf die Haut aufgetragen wird. Insbesondere bei Rosazea mit Papeln und Pusteln wird gerne die Azelainsäure 15 Prozent als Gel verwendet, welches ebenfalls zweimal am Tag appliziert wird. Auch Präparate mit dem Wirkstoff Ivermectin eignen sich für die Behandlung von Rosazea in diesem Stadium. Sie werden einmal am Tag auf die entzündeten Hautstellen aufgetragen.

Systemische Therapie in Absprache mit Arzt und Apotheker

Daneben sind Kombinationen von lokal angewandten Präparaten mit systemischen Arzneimitteln möglich. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass sie über das Blut im gesamten Organismus verteilt werden. Diese Therapie ist schweren Verlaufsformen der chronischen Hauterkrankung vorbehalten. Ebenfalls bei schweren und therapieresistenten Formen angewandt werden Tetracycline, antibiotisch wirksame Arzneistoffe. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker über die verschiedenen Wirkstoffe und deren Anwendungen beraten.

Im schlimmsten Fall: Lasertherapie

Sollten die Medikamente nicht anschlagen, können Arzt und Betroffener eine Lasertherapie in Betracht ziehen. Auf diese Weise entfernt der Arzt die sichtbaren Erweiterungen kleinster Blutgefäße in den oberen Hautschichten. Schwieriger wird das Behandeln flächiger Erythemen. Überwiegend dient die Therapie jedoch zur Behandlung der Phyme. Die Pharmazeutin nennt Blasenbildung, Narben und Schmerzen als mögliche Nebenwirkungen.

Quelle: Dr. Beate Fessler: Gegen die Gesichtsröte.Wie sich Erytheme, Papeln und Phyme bei Rosazea behandeln lassen. Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 27, Juli 2015, S.52-55.

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