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Schnelle Eingreiftruppe aus dem Labor

31 Mrz 2021
Die Ärzte Renate Schlottmann (links) und Ilya Ayzenberg Universitätsklinik St.-Josef-Hospital in Bochum

Ein 41 Jahre alter Physiker mit Multipler Sklerose hat sich mit Corona infiziert. In Bochum wird er mit einem Antikörper-Medikament behandelt. Könnte es ein wichtiger Baustein in der Therapie von Risikopatienten mit Covid-19 werden?

Mihret O. ist Kummer gewohnt. 2008 wurde bei dem studierten Mathematiker und Physiker Multiple Sklerose diagnostiziert. Mittlerweile ist seine Gehfähigkeit hochgradig eingeschränkt. „Trotzdem bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem aktuellen Zustand. Es ist nicht gut, aber es wird immerhin nicht schlechter“, sagt der 41 Jahre alte Frührentner aus Gelsenkirchen. Regelmäßig ist O. zur Behandlung in der Universitätsklinik St.-Josef-Hospital in Bochum, wo jährlich rund 2000 MS-Patienten betreut werden.

Vergangene Woche ließ sich O. außerplanmäßig nach Bochum bringen. „Ich dachte, das ist ein neuer MS-Schub, ich bekomme einfach Cortison, dann ist es besser“, sagt er. Doch weil er Fieber hatte, wurde O. in der Universitätsklinik erst auf der Infektionsstation isoliert und wenig später positiv auf die britische Mutante B.1.1.7 des Coronavirus getestet. Für O. war das eine besonders niederschmetternde Nachricht. Weil er als MS-Patient auf immunsuppressive Medikamente angewiesen ist, kann sich sein Körper nicht aus eigener Kraft gegen Covid-19 stemmen. Seine Ärzte entschieden sich deshalb für eine Therapie mit einem neuen Medikament.

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