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Schlangengift bremst das Coronavirus

28 Aug 2021
Wissenschaftler des Instituts für Chemie der Universität des Bundesstaates São Paulo fanden heraus, dass das Gift die Reproduktionsfähigkeit des Virus um 75 Prozent hemmt.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Moleküle in Tiergiften als Medikamente dienen. Brasilianische Forscher haben nun im Gift der Jararacuçu-Schlange eins gefunden, das die Vermehrung des Coronavirus hemmt.

Brasilianische Forscher haben im Gift der Jararacuçu-Schlange ein Molekül gefunden, das die Vermehrung des Coronavirus hemmt. In Laborstudien brachten Wissenschaftler des Instituts für Chemie der Universität des Bundesstaates São Paulo (Unesp) einen Bestandteil des Giftproteins, ein Peptid, mit infizierten Affenzellen in Kontakt und stellten fest, dass die Reproduktionsfähigkeit des Virus um 75 Prozent sank.

Laut den Forschern waren die antibakteriellen Eigenschaften von Molekülen des Gifts bereits bekannt. Deshalb hätten sie nun einige dieser Peptide auf ihre Wirkung auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse, die kürzlich in der Fachzeitschrift Molecules veröffentlicht wurden, sind demnach vielversprechend für die weitere Forschung und sogar für die Herstellung von Medikamenten zur Behandlung von Infizierten. In einem weiteren Schritt soll nun an der idealen Dosis geforscht und Experimente an lebenden Organismen vorgenommen werden.

Die Jararacuçu (Bothrops jararacussu) kommt im südlichen Brasilien, in Paraguay, Bolivien und in Nordargentinien vor. Es handelt sich um eine große Viper, deren Weibchen bis zu zwei Meter lang werden können. Ihr Gift ist sehr gefährlich. Die Jararacuçu ist verantwortlich für fast 90 Prozent der Schlangenbisse in Brasilien. Für Corona-Infizierte könnte ihr Gift jedoch möglicherweise bald lebensrettend werden.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Moleküle in Tiergiften als Medikamente zur Behandlung von Krankheiten dienen. Auch andere Substanzen, die in Pflanzen und Tieren enthalten sind, bergen ein enormes Potential für die pharmazeutische Forschung, wobei viele Eigenschaften noch gar nicht bekannt sind. Wissenschaftler warnen daher vor einer fortschreitenden Zerstörung des Lebensraums und damit der Biodiversität.

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